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Bernd

Experte

Registrierungsdatum: 5. Juni 2005

Beiträge: 4 033

Wohnort: Iringsweg

1

Sonntag, 23. September 2018, 22:41

Brainstorming: harter Brexit für europäische Kunden englischer Banken

Hallo zusammen

Ich habe mal gegoogelt nach sowas wie "Folgen harter Brexit für europäische Kunden englischer Banken". Auch noch andere Suchanfragen usw.

Jedoch findet man nur Themen und Überschriften, die sich mit den Folgen für Banken, nicht jedoch deren Kunden, befassen. Z.B.
* Juni 2018: Aufseher rufen Banken zu mehr Brexit-Vorbereitungen auf
* Sept. 2018: das die Deutsche Bank Auswirkungen nur in engen Grenzen sieht, während
* auch im Sept. 2018: die UBS Geld einplant "... mehr als 100 Mio. Fr. ... einschliesslich der Kosten für den Umzug von Mitarbeitern aus der Londoner City und Rechtskosten."

Also, im Finanz-Sektor gibt es grosse Unterschiede der Einschätzung, von praktisch kein Handlungsbedarf bis grosser Einsatz mit rechtzeitiger Planung auf den schlimmsten Fall.

Und der für Ende März 2019 geplanten Austritt Grossbritanniens aus der EU rückt näher, wie noch schnell der harte Brexit verhindert werden soll ist fraglich.

Für uns (wie heisst es so schön auf dem Investox-Startbild) professionelle Trader und engagierte Privatanlager findet sich jedoch kaum eine Information mit google & Co., was dies alles für uns bedeuten wird. Jedoch denke ich, es ist hohe Zeit, dass sich auch jeder Investoxie vorbereitet:
* zuallererst könnten diejenigen betroffen sein, die ein Konto bei einem UK Broker haben, z.B. Interactiver Brokers
* dann könnte betroffen sein, wer UK Aktien und Anleihen im Portfoilio hat
* ... sonst noch Ideen, wie man betroffen sein könnte als Trader oder engagierte Privatanlager?

Keiner weiss, was passieren wird, der Brexit erscheint mir wie ein Handelssystem mit zuvielen Variablen, dazu müssen wir auch noch den Blick in die Zukunft zulassen: man kann unendlich gut Kurvenanpassung betreiben, und real flattert es dann womöglich ...

Jedoch, das soll ein Brainstorming werden: was mein ihr?
* kann man gelassen bleiben wie die Deutsche Bank, oder soll man pro-aktiv werden wie die UBS?
* soll mein seine Gelder grossflächig zu anderen Brokern umverteilen, die auch mit Investox kompatibel aber nicht UK bassierend sind?
* und, grosses Problem, welche könnten das sein, die von den Kondiktionen nur halbwegs passabel mithalten könne?
* weitere Fragen drängen sich auf, z.B.
** Einlagenschutz
** Überweisungs- und Rückzugskosten
** Legalität der Geschäfte überhaupt
** ... sicher fällt Euch noch mehr ein zum Thema

Ich würde mich über eine rege Teilnahme am Brainstorming und sachdienliche Kommentare ohne grosse Polemik freuen, wir sind ja kein Politik- sondern ein Trading-Forum:

auf dass wir Lösungen auch für den schlimmsten Fall finden und sich jeder seiner Lage entsprechend noch rechtzeitig vorbereiten kann.
Gruss
Bernd

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bernd« (23. September 2018, 23:25)


Wiwu Weiblich

Experte

Registrierungsdatum: 4. September 2002

Beiträge: 1 736

Wohnort: Neuenhagen b. Berlin

2

Montag, 24. September 2018, 13:15

... gut, dann oute ich mich mal insofern, dass ich für mich - Stand heute- keinen Handlungsbedarf sehe.

Ich werde mein Konto bei IB UK behalten und dort auch im Vorfeld des Brexit keine Mittel abziehen.
Kundin bei IB UK bin ich seit ca. 15 Jahren. In meiner bisherigen Kundenbeziehung zu IB gab es für mich weder irgendwann Anlass zur Sorge noch Grund zur Klage.

Ich gehe davon aus, dass der Brexit auch bei IB US und IB UK längst Thema ist.
Ich nehme außerdem an, dass IB daran interessiert ist, seinen EU-Kunden auch nach dem Brexit weiter die gewohnten Dienstleistungen anzubieten.
Sollten dazu Veränderungen bei der Kontoführung sinnvoll sein, rechne ich damit, darüber rechtzeitig von IB UK informiert zu werden.
Mit Einschränkungen beim Trading oder der Verfügbarkeit über meine Guthaben rund um den Brexit-Termin rechne ich aktuell nicht.

Für Trader mit IB UK als Broker, die das anders sehen als ich, wäre vielleicht der Wechsel / teilweise Wechsel zu Lynx eine Option, die ja dem Bafin und der niederländischen Finanzaufsicht unterliegen und deren Headquarter in Amsterdam und somit innerhalb der EU liegt.

Was mein Handelsverhalten betrifft, könnte ich mir vielleicht vorstellen, dass ich vor Ende März vielleicht im Forex darauf achte, nicht zuviele GBP-Positionen zu halten, die sich nicht gegenseitig hedgen.
Aber auch das ist noch nicht sicher. Bei terminierten Ereignissen wie dem Brexit ist meine Erfahrung, dass bis zum Ereignis sämtliche Entwicklungsmöglichkeiten längst in die Kurse eingepreist sind. Trifft das auch diesmal zu, würde das Zurückfahren der GBP-Positionen kurz vor dem Brexit-Termin gar keinen Sinn mehr machen.
Wahrscheinlich werde ich also auch im Forex-Trading gar nichts ändern.

In den Backtest-Historien aller meiner Handelssysteme sind Crashs und Krisen ausreichend vertreten.
Damit kamen meine Systeme in der Vergangenheit dann auch im Realhandel klar.
Ich gehe deshalb davon aus, dass das auch diesmal beim Brexit wieder so sein wird.
Mit einer höheren Volatilität in den Märkten rund um den Brexit-Termin rechne ich - also mit besonders ärgerlichen Drawdowns oder besonders erfreulichen Profiten für meine Systeme.
Erfahrungsgemäß kommen die Kapitalkurven aber auch schnell wieder zurück, sobald nach terminierten Ereignis alles wieder in etwas ruhigeren Bahnen verläuft.

Viel schlimmer als ein harter oder ein geregelter Brexit wäre aus meiner Sicht eine lange Phase der Ungewißheit über den Fortbestand von EU und Euro nach dem erfolgten -wie auch immer -Brexit mit "gelähmten" Finanzmarkt-Aktueren.

Stand heute liegt mein Fokus also darauf, die Meldungen zum Stand der Brexit-Verhandlungen weiter interessiert zu verfolgen.
Viele Grüße von Anke

http://www.ascunia.de

Bernd

Experte

Registrierungsdatum: 5. Juni 2005

Beiträge: 4 033

Wohnort: Iringsweg

3

Mittwoch, 26. September 2018, 02:51

Hier ist mir eine mögliche positive Entwicklung zum harten Brexit eingefallen, Banken in UK wären nicht mehr der RIIPs Regulation unterworfen. Wer sein Konto also dort hat ...

Schliesslich gilt die Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 für den Europäischen Wirtschaftsraum, dem Grossbritannien dann nicht mehr angehört ;)
Gruss
Bernd

hendrix1

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 31. Mai 2009

Beiträge: 135

Wohnort: Köln

4

Freitag, 28. September 2018, 10:37

Hallo,
ich - als NICHT-professioneller Trader - erwarte den Brexit als positiv im organisatorischen Sinne.
All denjenigen, die einen europäischen Broker über die MT4-Schnittstelle ( mein Broker ist FXpro UK ) als privater Trader nutzen - werden ebenfalls die Limitierung auf einen Hebel < 30 erfahren haben (danke EU).
Dieses Limit wird - nach Prognose FXproUK - sofort mit dem Brexit wieder aufgehoben.

Das aktuelle "Workarround" - einen Teil des UK_Kontos auf die FXpro Bahamas (OHNE Einlagenschutz!!) umzuziehen - wird dann wieder rückabgewickelt und der Einlagensicherung der UK unterstellt.

Von daher aus meiner Sicht : Brexit (hart oder soft) wird meine Situation verbessern !

Gruß
Hendrix

Bernd

Experte

Registrierungsdatum: 5. Juni 2005

Beiträge: 4 033

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5

Sonntag, 30. September 2018, 11:04

Hallo zusammen

Ich hatte eine Anfrage bei IB laufen; die interessantesten nicht speziell privaten Antworten möchte ich mit Euch teilen:

Zitat

ein Konto mit IB-UK welches ein Introducing Broker von IBLLC-US darstellt. Dieses ist über die SIPC gesichert, eine Amerikanische Einlagensicherung, welche auf folgendem Link ersichtlich ist: LINK


Was mich wunder nimmt zu diesem Punkt: *muss* ein EU Kunde dann zu IB-EU wechseln mit allen Nachteilen, z.B. müsste man doch als Kunde IB-UK wieder QQQ, SPY und Co handeln dürfen. Oder kann er auch bei IB-UK verbleiben und hätte die vorstehend genannten Vorteile?

Zitat

Interactive Brokers plant eine Erstellung der IB-EU Entity, welche Kunden in der EU weiterhin erlaubt bei IB zu handeln. Die Umstellung auf IB-EU ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, wir werden aber zu gegebener Zeit Emails versenden, die über den Wechsel zu IB-EU informiert.


Dieser Punkt wundert mich, er impliziert, dass es zwischen der EU und USA ein Abkommen gibt, dass kein EU Bürger ein Konto in den USA aufmachen darf. Ist das so?:

Zitat

Der Wechsel auf IBLLC-US ist nur möglich, wenn der Kunde einen Sitz ausserhalb Europas besitzt.


Falls jemand diese Punkte als Betroffener hinterfragt, wäre es toll wenn die Antwort hier geteilt würde; für mich ist erstmal Ende im Gelände, weil eben nicht betroffen von letzterer Aussage.
Gruss
Bernd

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bernd« (30. September 2018, 11:31)


Bernd

Experte

Registrierungsdatum: 5. Juni 2005

Beiträge: 4 033

Wohnort: Iringsweg

6

Donnerstag, 10. Dezember 2020, 20:12

Hallo zusammen

Nun, da der harte Brexit vor der Tür zu stehen scheint, liegt das Angebot für IB Kunden aus Deutschland auf dem Tisch:
* den meisten Kunden wird wohl der Umzug nach IB Irland angeboten
* die Einlagensicherung fällt auf 20k Euro (von bisher 500k USD)
* Aktien sind kein Sondervermögen
* uvam.

Siehe das Interview hier und FAQ hier.

Verglichem mit den bisherigen Bedingungen scheint mir das Angebot auf ganzer Linie, sagen wir, irritierend. Was ist Eure Einschätzung zum Thema?
Gruss
Bernd

Philipp Männlich

Benutzer

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Beiträge: 44

7

Sonntag, 13. Dezember 2020, 21:17

Hallo Bernd,

das von dir genannte Angebot habe ich (wie vermutlich alle/die meisten Kunden) auch erhalten.
Ich teile deine Meinung, dass es einige Punkte gibt, die - wie du es so schön ausdrückst - "irritierend" sind. Insbesonders die deutlich niedrigere Einlagensicherung gefällt mir überhaupt nicht!
Allerdings sehe ich ehrlich gesagt nicht viele Möglichkeiten, etwas anderes zu tun als die Änderungen zu schlucken. Bei IB UK bleiben ist als EU-Bürger soweit ich das verstanden haben (siehe auch die von dir verlinkten FAQs) nicht möglich.
Ein Wechsel zu sino (die ja von Haus aus auch von Investox unterstützt werden) bzw. per Anwenderbroker-Add-On zu einem anderen Broker ist mir - Stand jetzt - zu aufwendig (bzw. ich müsste erstmal deren Angebots- und Preisstruktur durchgehen um zu sehen, ob sich ein Wechsel für mich überhaupt lohnen würde), von daher werde ich den Wechsel erstmal vollziehen und schauen, wie sich der Handel bei IBIE darstellen wird.

Wie siehst du (oder andere User hier) das denn bzw. was sind deine/eure Pläne (wenn ich mal so dreist Fragen darf :) )?

LG Philipp

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Wohnort: München

8

Dienstag, 15. Dezember 2020, 17:37

Hallo,

unter anderem bin ich Kunde bei IB. Es scheint allerdings so zu sein, dass IB unterschiedliche Informationen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedliche Kunden versendet. Gegenwärtig lautet der Tenor "es ist nichts veranlasst". Das mag man kaum glauben.

Was bei ihren "Angeboten" zum Depotübertrag in der Tat genau zu prüfen sein wird ist die Frage der Einlagesicherung. Sollte sich herausstellen, dass im neuen Domizilstaat der IB Gesellschaft nur eine beschränkte Einlagensicherung von z.B. 20K€ existiert und Sondervermögen (wie Kundendepots) nicht geschützt sein werden, wird das ein No-Go-Kriterium sein. Aussagen, dass das Eigenkapital von IB 8,5 Mrd USD beträgt, sind schön aber wirkungslos, sollte man selbst von einer Insolvenz der Gesellschaft im Domizilstaat getroffen sein. Es kann plötzlich und über Nacht passieren, siehe z.B. Alpari. Plötzlich gäbe es keinen Zugriff mehr, keine Webseite, keine Telefonnummer etc.. Ein Insolvenzrisiko eines Brokers ist nie "remote".

Es ist also im Einzelnen ganz genau zu prüfen, in welche Jurisdiktion und in welcher ganz konkreten Rechtsform die IB-Gesellschaft gegründet ist und unter welchen "Schutzschirm" das Depot/Konto übertragen wird. Luxemburg bietet z.B. eine Fülle von Rechtsformen an, die jeweils ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile aufweisen.

Sollte sich das Thema Einlagensicherung nachder Prüfung als tatsächlich kritisch erweisen, stellt sich die Frage, wohin dann ein Depot zu übertragen wäre.

Ich gehöre zu denen, die in 2020 zur Offenhaltung aller Optionen auf Grund der steuerrechtlichen Lage für Termingeschäfte eine GmbH gegründet haben. Dabei musste ich feststellen, dass die eigentliche Herausforderung darin besteht, Firmendepots zu eröffnen. Die meisten, mir bekannten deutschen Institute haben diese Möglichkeit stark eingeschränkt. Broker bieten diese zumeist gar nicht mehr an oder vertrösten auf die ferne Zukunft, weil der Verwaltungsaufwand für sie zu hoch ist.

Daher ist es eine gute Idee von Philipp, einmal zu diskutieren, welche Verlagerungsmöglichkeiten es gibt, denn ich sehe durchaus Handlungsbedarf.

Viele Grüße,
Investor
Viele Grüße,
Investor

mic72

Besucher

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Beiträge: 7

9

Donnerstag, 17. Dezember 2020, 10:46

....
Daher ist es eine gute Idee von Philipp, einmal zu diskutieren, welche Verlagerungsmöglichkeiten es gibt, denn ich sehe durchaus Handlungsbedarf.
....

Für ein Firmenkonto sehe Ich derzeit nur 2 Möglichkeiten:
1. IB (oder einen der Reseller "Introducing" Broker)
2. Charles Schwab

Zu Punkt 1: Nach jetzigem Kenntnisstand kann man über FxFlat oder Agora ein Firmenkonto bei IB LLC (also USA) bekommen und dann handeln.
D.h. US-ETFs wieder möglich. Bei Lynx, Banx oder IB direkt bekommt man ein Konto in der EU (20k€ Problem!)


Zu Punkt 2: Mindesteinlage $500k, reines Cash-Konto; keine Margin; US-ETFs nach Absolvierung eines Tests/Prüfung.

Insgesamt sehe ich ab 2021 ein unlösbares Problem komplexe Options-Strategien (Spreads, BF etc.) zu handeln: eine GmbH findet keinenBroker und privat erschlägt einen die Steuer.

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10

Freitag, 18. Dezember 2020, 09:15

Ein Konto / Depot in den USA habe ich (für mich) ausgeschlossen, daher entfallen IB LLC und Schwab. Es muss ein Anbieter innerhalb der EU sein.

Ich habe (neben IB UK) auch noch einen weiteren Broker in UK für CFDs, dieser plant gegenwärtig mit einer Gesellschaft in Zypern, auch hier müssen dann die detaillierten Rahmenbedingungen geprüft werden.
Viele Grüße,
Investor

Bernd

Experte

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11

Freitag, 18. Dezember 2020, 09:47

Hallo zusammen

Wie siehst du (oder andere User hier) das denn bzw. was sind deine/eure Pläne

Momentan betrifft es mich ja nicht unmittelbar. Die Schweiz ist nicht so direkt in der EU und hat eigene bilaterale Verträge mit den Inselbewohnern. Daher wird mein Konto in UK verbleiben; sie haben mich auch nicht angeschrieben, dass ich was ändern müsste.

Trotzdem bin ich sehr am Thema interessiert. Einerseits wegen meiner Freunde in Schland, die mich fragen, was am besten zu tun sei. Andererseits ist es spätestens seit der Finanzkrise und dem faktischen Fall des Bankengeheimnisses dazu gekommen, dass die Schweiz nach wenigen Jahren sämtliche Gesetze aus der EU im allgemeinen und Schland im Besonderen hier irgendwie in die nationale Gesetzgebung reinwurstelt.

Also ja, ich fühle mich betroffen; auch die andere Problematik mit dem Steuerirrsinn fürchte ich aus diesem Grund. Alles aus dem grossen Kanton schägt irgendwann mit Verzögerung auch bei uns hier auf.

Dabei musste ich feststellen, dass die eigentliche Herausforderung darin besteht, Firmendepots zu eröffnen. Die meisten, mir bekannten deutschen Institute haben diese Möglichkeit stark eingeschränkt.

... eine GmbH findet keinenBroker

Das ist sehr interessant! Ich hatte es bisher so verstanden, dass man bei Interactive Brokers auch als Firma willkommen wäre. Könntet Ihr bitte noch ein paar Details beisteuern, warum ein Firmenkonto keinen Broker findet, was aktuell die Hürden sind?

Ein Konto / Depot in den USA habe ich (für mich) ausgeschlossen, daher entfallen IB LLC und Schwab.

Ich hatte bisher gedacht, das wäre eine Lösung für meine Freunde in Schland. Ich kenne Leute, die Konten in USA unterhalten und Handelsgeschäfte über Broker dort abwickeln. Welche Gründe sprechen denn aus Deiner Sicht dagegen (also ausser der Sprachbarierre), ein Konto in den USA zu führen und Handelsgeschäft direkt dort abzuwickeln?
Gruss
Bernd

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bernd« (18. Dezember 2020, 10:02)


mic72

Besucher

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12

Freitag, 18. Dezember 2020, 11:11

Ein Brokerkonto für eine GmbH kannst Du sowohl bei IB direkt als auch einen der Reseller eröffnen.

Ich hatte eins bei Lynx, Banx und IB. Jetzt nur noch IBUK.Aber: Du landest gezwungenermaßen in Kürze bei einer der Niederlassungen in der EU (z.B. IBIE anstatt früher UK o. LLC).
mit dem bekannten Nachteil: Deine Absicherung bei Pleite von IB schrumpft von derzeit $500.000 auf nur noch 20.000€.

Will man das mit einem großen Depot? Ich jedenfalls nicht...
Da bleibt ggf. nur eins: Cash Bestände sofort in Bonds umschichten und bei Pleite dann danach auf Suche gehen (lassen)
und hoffen das der Verwalter einem die Bonds zuordnen kann. Eine Brokerpleite ist ja leider nichts, was es nicht schon gab... Refco...
PS: Ich handle hauptsächlich Optionen... daher bringen mir GmbH Konten bei den anderen (deutschen) Brokern eher nix.
Und Daher sind für mich auf FxFlat, Lynx etc. uninteressant: US Optionen zu teuer.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »mic72« (18. Dezember 2020, 12:26)


Registrierungsdatum: 30. September 2005

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13

Freitag, 18. Dezember 2020, 16:25

Hallo Bernd,

den Ausführungen von mic72 kann ich mich vorbehaltslos anschliessen.

Zitat

Ich hatte bisher gedacht, das wäre eine Lösung für meine Freunde in Schland.

Diese Lösung ist sicher nicht ausgeschlossen und es kommt auf jeden Einzelfall an. Allerdings gibt es eine Fülle von rechtlichen und insbesondere steuerlichen Themen, die mich davon abhalten, nur ein Beispiel ist das Thema Quellensteuern, ein anderer der dann vorhandene Nexus der GmbH in den USA, wenn sie ein Konto dort unterhält, und ich kann dafür nicht alle Rechtsfolgen überblicken. Das muss jeder für sich prüfen.

Hinsichtlich Broker: Es gibt schon auch andere Broker ausser IB, bei denen ein Firmenkonto eröffnet werden kann, z.B. Activtrades. Wenn man den Fokus aber von CFDs, Forex etc. etwas auf Aktien oder Zertifikate richtet, wird es sehr schnell sehr dünn mit Anbietern. Degiro bzw. Flatex bieten momentan gar keine Firmendepots an (kämen wegen Depotgebühren und Negativzinsen auch nicht in Frage), DKB, Smartbroker etc. ebenfalls nicht, und dann wird es sehr schnell sehr teuer. Viele von mir kontaktierte Banken bieten es nicht an. Den Grund kenne ich nicht, vermutlich weil die Systeme zu sehr auf Privatanleger ausgerichtet sind und andere Formalien drohen wie LEI-Abfrage etc..

Ich kenne Stand jetzt auch nicht das Ergebnis der heutigen Bundesratssitzung (D) wg. Verlustverrechnung (siehe paralleler Thread), aber ich gehe davon aus, dass das (bei Beibehaltung der jetztigen Rechtslage und Aufstockung in § 20 Abs. 6 EStG auf T€20) bereits für Juni 2020 angekündigte BMF Schreiben zeitnah kommen wird, wonach z.B Knock-Out-Zertifikate nicht als Termingeschäfte zu qualifizieren sind (könnte man analog auch für CFDs annehmen, die auf Kassaindices basieren). Daher würde sich das Thema etwas entspannen, dennoch muss ein sicherer Hafen für bisher bei IB gehaltene Aktien gesucht werden (für die es z.B. keine Derivate gibt), und dann sind wir wieder bei der Einlagensicherung...
Viele Grüße,
Investor

Börselino

Benutzer

Registrierungsdatum: 29. Januar 2019

Beiträge: 61

14

Sonntag, 20. Dezember 2020, 01:26

Hallo Investor,

Zitat

Ich hatte bisher gedacht, das wäre eine Lösung für meine Freunde in Schland.
Diese Lösung ist sicher nicht ausgeschlossen und es kommt auf jeden Einzelfall an. Allerdings gibt es eine Fülle von rechtlichen und insbesondere steuerlichen Themen, die mich davon abhalten, nur ein Beispiel ist das Thema Quellensteuern, ein anderer der dann vorhandene Nexus der GmbH in den USA, wenn sie ein Konto dort unterhält, und ich kann dafür nicht alle Rechtsfolgen überblicken. Das muss jeder für sich prüfen.


Darf ich fragen, ob Du diese Frage für Dich aus Sicht eines Privatanlegers oder für das Trading im Rahmen einer Kapitalgesellschaft beantwortet hast?
Wo siehst Du Unterschiede in puncto Quellensteuer für
1) Kapitalgesellschaften und
2) Privatpersonen
im direkten Vergleich Konto bei IB in den USA vs. Konto innerhalb der EU, aber außerhalb von Deutschland?
Börselino

Registrierungsdatum: 30. September 2005

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Wohnort: München

15

Montag, 21. Dezember 2020, 09:21

Unabhängig davon, ob die Instrumente unmittelbar im Privatvermögen oder mittelbar über eine juristische Person gehalten werden, möchte ich in keinem Fall einen Anknüpfungspunkt in den USA erzeugen, und sei es "nur" durch ein Konto oder ein Depot. Was die rechtlichen oder steuerlichen Folgen eines wie auch immer gearteten Nexus in den USA angeht, kommt es auf die individuellen Gegebenheiten des Einzelfalles an, die Du in jedem Fall mit Deinem StB bzw. RA prüfen solltest.

Zur Vermeidung jeglicher US-Themen sehe ich mich nur nach Anbietern um, die innerhalb der EU entsprechendes anbieten, und eben mit Einlagensicherung und "Sondervermögen".
Viele Grüße,
Investor

hajo

Meister

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2002

Beiträge: 550

16

Dienstag, 22. Dezember 2020, 12:46

Ich bin auch ein IB-Betroffener (aha).
Ich trade Optionen und Futures (DAX , ESTX , SMI , SP).

Lynxbroker.de ist für mich Neuland, daher wäre ich dankbar für eure Info, ob ein Wechsel eine Alternative wäre. Funktioniert INV einwandfrei?

Vorab mein Dank für die Hilfe


NACHTRAG: Inzwischen habe ich mich etwas bei Lynx eingelesen UND ... es bleibt "IB und IB"! Es findet der gleiche Migrationsprozess statt.
Zitat:
Der aktuelle Status der Brexit-Planung

LYNX arbeitet mit Interactive Brokers (IBUK) zusammen, das seinen Sitz im Vereinigten Königreich hat. Über LYNX erhalten Kunden Zugang zur Online-Plattform von IBUK. Zudem kümmert sich IBUK um die Ausführung von Orders und verwaltet die Kundendepots. Aufgrund der Möglichkeit eines harten Brexit hat Interactive Brokers (IB) die Migration der Depots unserer gemeinsamen Kunden geplant. Die bei IBUK geführten Depots sollen zu einer IB-Niederlassung innerhalb der Europäischen Union (EU) migriert werden. Unsere oberste Priorität ist es, diesen Migrationsprozess für alle unsere Kunden reibungslos und nahtlos zu gestalten.

Was bedeutet das für Sie?

Der Migrationsprozess unserer bestehenden Kunden ist ein umfassender Prozess, sowohl administrativ als auch technisch, und erfordert jetzt und in nächster Zeit unsere volle Aufmerksamkeit.
Leider bedeutet dies für Interessenten aktuell, dass vorübergehend keine neuen Depots über LYNX bei IB eröffnet werden können. Wir erwarten, dass es zeitnah wieder möglich sein wird, Depots zu
eröffnen, sobald die Migration unserer Kunden weitestgehend abgeschlossen ist. Ein Depot kann dann über LYNX bei einer der nach MiFID zugelassenen IB-Niederlassung innerhalb der Europäischen Union eröffnet werden.

Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass LYNX die Qualität der angebotenen Dienstleistungen sowohl für bestehende als auch für zukünftige Kunden (weiterhin) garantieren kann.
Ende Zitat.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »hajo« (22. Dezember 2020, 17:16)


hajo

Meister

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2002

Beiträge: 550

17

Mittwoch, 23. Dezember 2020, 10:32

Gerne würde ich eure Erfahrungen mit "SINO" lesen, z.B. Verbindung zu INV, Feed von Kursen, Futures, Optionen (DAX, ESTX, SMI, SP) usw..
Gruß

Lenzelott Männlich

Experte

Registrierungsdatum: 30. Dezember 2002

Beiträge: 3 012

Wohnort: Giessen

18

Donnerstag, 24. Dezember 2020, 02:01

LYNX = IB

was soll da anders sein?!
If you think it´s expensive to hire a professional, wait until you hire an amateur.

LoboTrader Männlich

Fortgeschrittener

Registrierungsdatum: 13. Oktober 2012

Beiträge: 116

Wohnort: BW

19

Montag, 28. Dezember 2020, 18:40

Ich kenne Stand jetzt auch nicht das Ergebnis der heutigen Bundesratssitzung (D) wg. Verlustverrechnung (siehe paralleler Thread), aber ich gehe davon aus, dass das (bei Beibehaltung der jetztigen Rechtslage und Aufstockung in § 20 Abs. 6 EStG auf T?20) bereits für Juni 2020 angekündigte BMF Schreiben zeitnah kommen wird, wonach z.B Knock-Out-Zertifikate nicht als Termingeschäfte zu qualifizieren sind (könnte man analog auch für CFDs annehmen, die auf Kassaindices basieren).


https://www.bundestag.de/dokumente/texta…etz-2020-812872
Grüße
Wolfgang
Do not trade alone ....

Registrierungsdatum: 30. September 2005

Beiträge: 347

Wohnort: München

20

Donnerstag, 28. Januar 2021, 10:06

Interactive Brokers - Tonverschärfung

Wie ich bereits in diesem Forum gepostet habe, habe ich mich dazu entschieden, den IB Account nicht auf die irische IB Gesellschaft zu übertragen wg. der fehlenden Einlagensicherung bzw. fehlenden Trennung der Wertpapiere vom Vermögen der IB-Gesellschaft und dies meinem Reseller bzw. IB entsprechend mitgeteilt.

In regelmässigen Abständen erhalte ich nun weitere e-mails mit der Aufforderung, der Übertragung nach Irland zuzustimmen. Ich habe bereits begonnen, die Wertpapiere sukzessive zu verkaufen. Mittlerweile ist der Ton in den e-mails durch IB zunehmend schärfer.

Zitat

Given these options, we ask that you take immediate action to either accept the transfer invite or close your account. Please note that remaining in an inactive state with IBUK is not an option and your account will remain restricted to closing transactions and may be subject to additional restrictions until it is transferred or closed


Insbesondere der 2. HS zeigt mir, dass die Entscheidung richtig war, denn mit solch einem Broker möchte ich keine längerfristige Geschäftsbeziehung, insbesondere dann nicht, wenn es mal in Irland kritisch werden sollte.

Dies nur zur allgemeinen Information.
Viele Grüße,
Investor